Mittwoch, 9. September 2009

Perle der Wüste

Tausendmal passiert, tausendmal haben wir’s nicht probiert, tausendundeine Nacht und es hat Zoom gemacht…

Schon viele Male waren wir in der Gegend von Escalante in Utah und noch öfter haben wir an dem Cafe vorbeigefahren, welches auf einem Hügel gleich über unserem Lieblingscampingplatz in dieser Gegend liegt - dem Calf Creek Campground (im Bild unten sieht man das Dach unserer diesjährigen Campsite).







Eigentlich haben wir immer nur das Schild des Kiva Koffeehouse gesehen, denn von der Straße aus sieht man das Gebäude gar nicht.







Letztes Jahr waren nun Andi und Irina in dieser Gegend (ob auf unsere Empfehlung oder nur zufällig, weiß ich gar nicht) und haben das Cafe gleich mal ausprobiert – und waren begeistert. So begeistert, dass Irina uns in New York davon erzählt hat und wir uns vorgenommen haben, es dieses Mal zu schaffen.

Oh Mann, wie viele gute Kaffees haben wir uns entgehen lassen? Und der Kuchen erst! Himbeerstreusel mit Philadelphia! Yummy! Doch das alles wir noch übertroffen, von der Architektur des Gebäudes (welches der Künstler Bradshaw Bowman entworfen hat) und dem grandiosen Ausblick!

Danke Irina, dass du uns diesen tollen Platz empfohlen hast.

Natürlich hat auch dieses Cafe einen kostenlosen Internetzugang, wie mittlerweile fast alle Cafes in Amerika. Cafes ohne Internetzugang haben hier schon einen klaren Wettbewerbsnachteil und gehören zu einer aussterbenden Spezies – genauso wie Hotels ohne Wifi.










Für uns macht es das Erlebnis Kiva Koffeehouse natürlich perfekt - zu einer wahren Perle in dieser grandiosen Wüstengegend.

Denn so können wir alles haben: Wir genießen es, draußen zu sein, zu campen (für 7 Dollar die Nacht), am Fluss auf unserem Campingplatz zu sitzen und zu lesen, zu wandern, zu laufen, Mountain Bike zu fahren und haben doch die Möglichkeit in tollem Ambiente jeden Tag mit der ganzen Welt zu kommunizieren. So dass wir sogar die wichtigen Neuigkeiten aus Deutschland mitbekommen – wie zum Beispiel die Fußballergebnisse und dass Angela Merkel auf einem Bayrischen Bierfest war…

















Donnerstag, 3. September 2009

Pralinen

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Das wusste schon Forrest Gump. Und genau diese Erfahrung machen wir während unseres Trips hier. Denn oft waren wir stundenlang auf der Suche nach dem perfekten Campingplatz (idealerweise am Fluss oder See und weit weg von jeder Straße). Doch immer, wenn wir konkret nach dem idealen Platz suchten, endeten wir auf einem durchschnittlichen oder gar unterdurchschnittlichen Platz – und das meist nach stundenlangem Suchen. Vergeudete Zeit.

Und dann – wenn als wir es absolut nicht erwarten hatten – entdeckten wir einen Campingplatz, der eigentlich nur für eine Nacht gedacht war und DER war perfekt. So ist es uns ergangen auf dem Weg zum Yosemite National Park, einem der meist besuchten Parks in den USA. Wir waren darauf eingestellt, auf durchschnittlichen Nationalpark-Campingplätzen zu übernachten und eng auf unseren Nachbarn zu sitzen und die Straße gleich neben dem Zelt zu haben. Aber das nimmt man für einen Nationalpark wie den Yosemite nimmt man das ja ohne zu klagen in Kauf.

Doch dann kam alles ganz anders. Die Straße, die wir zum Yosemite angeschlagen hatten, konnten wir nicht fahren, weil uns ein Waldbrand den Weg versperrte. Also fuhren wir einen Umweg von 2 Stunden, um zum nächsten Eingang zu kommen. Im Visitor Center 30 Meilen vor dem Parkeingang erzählte man uns, dass alle Campingplätze im Park dicht waren, weil man wegen eines Erdrutsches im Park die Camper auf die sonst nicht so beliebten Plätze evakuiert hatte. Also empfahl man uns einen der RV-Parks (unansehnliche Plätze mit Massen von riesigen Wohnmobilen) vor den Toren des Nationalparks. Auch dies hätten wir in Kauf genommen.

Doch auf dem Weg zu diesem Campingplatz kamen wir an einem kleinen Schild zu einem uns unbekannten Erholungsgebiets (Merced Wild & Scenic River) vorbei - und dort sollte es auch einfache Campingplätze geben.








Also bogen wir kurzentschlossen auf die Schotterstraße ab, fuhren entlang des Flusses und fanden einen der schönsten Campingplätze unseres bisherigen Trips – ja vielleicht sogar aller unserer bisherigen US-Trips. Dieser Campingplatz lag weit abseits jeder Straße, direkt am wunderschönen Merced River. Wir spannten unsere Hängematte so auf, dass wir einen tollen Blick auf den Fluss hatten und dem rauschen des Wassers zuhören konnten. Als Zugabe gab es fantastische Badestellen, wo wir uns sowohl waschen als auch ausgiebig schwimmen und springen konnten. Traumhaft!








Natürlich buchten wir uns hier gleich für ein paar Tage ein (und verlängerten am Ende gar auf insgesamt 5 Nächte) und pendelten lieber in den überfüllten Park – wohlwissend, dass wir uns abends immer auf unseren gemütlichen kleinen Platz am Fluss freuen konnten…J


Ansel

Der Photograph Ansel Adams und der Yosemite National Park sind untrennbar miteinander verbunden. Hier hat er viele seiner Meisterwerke geschossen und hier hat er viele Jahre seines Lebens verbracht. Und so sieht jeder, der nun an Yosemite denkt, die grandiosen schwarzweißen Bilder von Ansel Adams vor Augen.






Natürlich gibt es im Yosemite National Park auch eine Ansel Adams Ausstellung, die für jeden Besucher ein Muss ist. Und so radelten auch wir mit unseren Leihfahrrädern zur Gallerie und schauten uns die Fotos und Bücher an. Und weil ich eh gerade mit dem letzten Buch fertig war, dass ich mit auf diese Reise genommen hatte, kaufte ich mir kurzentschlossen die Autobiographie des großen Meisters, der uns also auch die nächsten paar Wochen noch begleiten wird.

Wieder zurück auf unserem Lieblingscampingplatz lernten wir John kennen, der ebenfalls hier seine Zelte aufgeschlagen hatte und auf seine Familie wartete. Im Laufe des angeregten Gesprächs stellte sich heraus, dass John Naturphotograph ist und auch schon einen Fotowettbewerb gewonnen hat, in welchem kein geringerer als Ansel Adams höchstpersönlich das Gewinnerphoto auswählte.

Wir unterhielten hatten 2 wunderbare Abende mit John und unterhielten uns lange. John, der nebenbei auch Naturfotokurse leitet, gab uns viele Tipps, wie wir zukünftig noch bessere Fotos machen können. Ich glaube, wir haben quasi eine Gratisstunde von ihm bekommen…

Am Ende haben wir uns zusammen noch ein paar meiner Afrika-Fotos angeschaut - und John war sehr angetan. J Natürlich hat er sie auch kritisch beurteilt und wir haben drüber diskutiert, was man noch besser hätte machen können. Sehr inspirierend.








Cash for Clunkers

„Cash for Clunkers“ ist eine Initiative zur Ankurbelung der US Wirtschaft und zur Rettung der Autoindustrie (ähnlich der deutschen Abwrackprämie), die eigentlich bis Ende des Jahres angelegt war. Doch schon in der letzten Augustwoche, musste die Maßnahme gestoppt werden, weil die 3 Milliarden Dollar (!) Zuschuss, die Obama dafür bewilligt hatte, schon aufgebraucht waren. Die Initiative war weitaus erfolgreicher als jede Vorhersage. Ca. 700.000 neue Autos wurden verkauft und die alten Dreckschleudern (Clunkers) dafür in Zahlung und somit von der Straße genommen.






Der schöne Nebeneffekt dieses unerwarteten Erfolgs ist, dass Jack weiterleben darf. Denn natürlich hatte auch Will darüber nachgedacht, Jack in Zahlung zu geben, um ein paar tausend Dollar für ihn zu kassieren. Da die Initiative aber nun vorzeitig gestoppt und Jack noch immer auf großer Fahrt mit uns ist, wird er wohl nach unserer Tour weiter seinen Ruhestand in Colorado genießen dürfen. Lang lebe unser Jack!